Wissenswertes rund um Steibis und das Allmbersbacher Haus

 

Kleine Ortskunde

Steibis ist ein Ortsteil in der Gemarkung Aach im Allgäu des Marktes Oberstaufen im bayerisch schwäbischen Landkreis Oberallgäu. Es liegt auf einer leicht abfallenden Hochebene zwischen nördlichem Weissachtal und der südlich liegenden Nagelfluhkette auf einer Höhe von 860 m.
Hausberg sind der Hochgrat und der direkt am Ort fußende Imberg.
Steibis war und ist noch heute das Eingangstor zum größten zusammenhängenden einstigen Sennalpen- und heutigen Galtalpengebiet Deutschlands. Die Erschließung dieses Alpengebietes zur Sömmerung von Milchkühen und Jungrindern von weither begann schon im 12. Jahrhundert.
An diesem Eingangstor steht das Allmersbacher Haus.
Bis ins 19. Jahrhundert war Steibis nur ein kleines Bergdorf der Gemeinde Aach. Dann begann nach dem 1. Weltkrieg eine Wandlung zum Ferien- und Wintersportort. Durch diese Wandlung erhielt der Ort eine eigene Schule, Poststation, Pfarrstelle und ein eigenes öffentliches Hallenbad, das allerdings schon wieder abgerissen ist. Im Zuge der kommunalen Neuordnung Bayerns im Jahre 1972 fiel Steibis mitsamt der Gemeinde Aach an den Markt Oberstaufen.
Unweit unseres Hauses steht oberhalb der Unteren Lauchalpe die Ureibe. Das Alter dieser weiblichen Eibe wird auf 600-800 Jahre geschätzt. Sie ist somit einer der ältesten Bäume Deutschlands. Ihr Stamm ist hohl und hat einen Umfang von 5 Meter.
Der Ort verfügt über einige weitere besonders alte und mächtige Bäume wie zum Beispiel den Trogahorn.

 

Kleine Gewässerkunde

Das Allmersbacher Haus steht im Ortsteil Lanzenbach in Steibis als eines von nur 3 Häusern. Die anderen 2 Häuser gehören zur ehemaligen Lanzenbacher Säge, bestehend aus Wohnhaus und der unter Denkmalschutz stehende Säge.
Unmittelbar unter unserem Haus fließt die Weissach, 200 m weiter oben mündet der Lanzenbach in die Weissach. Ein glücklicher Zufall, dass wir aus dem Weissacher Tal wieder an einer Weissach gelandet sind.
Der Lanzenbach ist ein linker Nebenfluss der Weissach und etwa 7 km lang. Er entspringt am Hochhädrich und entwässert das dortige Moorgebiet.
Bis in die Mitte des 20.Jahrhunderts trieb der Lanzenbach das Sägewerk nahe der Mündung in die Weissach an. In ihm wurden die üppigen Holzernten der Wälder der umgebenden Bergketten entlang der Weissach vorverarbeitet. Somit trug es nicht unerheblich zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der damaligen Gemeinde Aach bei. Moderne Holzverarbeitungstechniken und der Ausbau der Verkehrswege machten es unrentabel.
Die Weissach selbst kommt aus dem Ehrenschwanger Tal und ist insgesamt 33 km lang. Sie fließt bei Aach nach Österreich und mündet gleich danach in die Bregenzer Aach, diese in den Bodensee und über den Rhein zur Nordsee. Nicht allzu weit von unserem Haus befinden sich die Buchenegger Wasserfälle, wo die Weissach zwischen Felsen in Gumpenlöcher hinunter stürzt.
Interessant, dass Oberstaufen selbst über die Konstanzer Aach entwässert wird und über den Großen Alpsee bei Immenstadt in die Iller mündet. Das ist bekanntlich ein Donauzufluss und und damit Gewässersystem Schwarzes Meer. Prodel und Hündle bilden somit eine Wasserscheide.

 

Die Hausberge

Diese Mal geht es um unsere 3 Hausberge Prodel, Imberg und Hochgrat. Die letzteren 2 sind mit Bergbahnen zu erreichen, während der langgezogene Bergrücken des Prodel nur per pedes zu erreichen ist.
Der Hochgrat ist mit 1834 m der höchste Berg in der Nagelfluhkette und des gesamten Allgäuer Voralpenlandes. Der mittels der Hochgratbahn erschlossene Hausberg Oberstaufens, die Talstation ist 800 m vom Allmersbacher Haus entfernt, hat eine herausragende touristische und geographische Dominanz.
Von seinem Gipfel aus hat man eine unverstellte Fernsicht des gesamten Bodensees, Oberschwabens, Ulmer Münster, KKW Gundremmingen und man erahnt den Verlauf der Donau anhand ihres Dunstbandes.
Das bedeutet aber auch, dass Wolken aus den üblichen Wetterrichtungen Westen und Norden als erstes Hindernis auf den Hochgrat treffen und dort beginnen abzuregnen. Aus diesem Grund ist Steibis  einer der niederschlagreichsten Orte Deutschlands. Und wir können ein Lied davon singen.
Bei klarer Witterung sieht man sehr tief in die Alpen: im Osten die Zugspitze und Großvenediger, im Süden die Silvretta, Schesaplana, Tödi und Säntis. Aus dem Vorland, selbst aus Kempten, ist die markante Silhouette des Hochgrat vertraut.
Administrativ gehört der Hochgrat vollständig zum Gemeindegebiet von Oberstaufen.
Einige erwähnenswerte Stationen der Geschichte sind 1907 der Bau des Staufner Hauses, um 1936 die Planung einer Straße nach Balderschwang, 1968 das Starfighiterungglück beim Überfliegen des Hochgrat, 1971 Ausbau des Fahrwegs Richtung Gipfel und 1973 Fertigstellung der Hochgratbahn, 1996 Absturz eines Sportflugzeugs, 2006 Kabelverlegung zur Bergstation und 2009 Lawinenunglück. Ab 1990 bekamen wir alle Ereignisse mehr oder weniger live mit, auch Prodel und Imberg lieferten allerlei Geschichten.
Über die Alpweiden, Viehscheid usw. haben wir schon früher ausführlich berichtet.
Für den Fremdenverkehr wurde der ehemals als Mautstrecke betriebene Wirtschaftsweg (Lanzenbach war Mautstation!) ausgebaut, asphaltiert und für den allgemeinen Verkehr freigegeben. Alternativ zum Auto gibt es eine regelmäßige Busverbindung zwischen Bahnhof Oberstaufen und Hochgrat Talstation. Die Busse fahren in beide Richtungen stündlich und das Allmersbacher Haus hat eine eigene Haltestelle.
Die Hochgratbahn, eine Kleinkabinenbahn (4 Pers.), wird privat betrieben und gehört der fürstlichen Familie Waldburg-Zeil, wie auch etliche Ländereien.
Über Wander- und Skifahrmöglichkeiten berichten wir extra.

 

Oberstaufen

Der Markt Oberstaufen liegt auf rund 800 m Höhe im Oberallgäu, der Ort ist als Heilklimatischer Kurort anerkannt und ist vor allem bekannt für das weit verbreitet angewandte Naturheilverfahren der Schrothkur, das dort auch seinen Ursprung hat.
Oberstaufen hat rund 7.500 Einwohner und umfasst auch die Ortschaften Aach, Steibis und Thalkirchdorf, die 1972 eingegliedert wurden. Die Gemeindefläche umfasst 126 qkm und grenzt zu großen Teilen an Österreich, gemeinsam betreibt man das Naturprojekt Nagelfluhkette mit dem Hochgrat als höchste Erhebung.
Kommunalpolitisch sind die Freien Wähler und Unabhängigen Listen in der Mehrheit, die CSU erreicht knapp 30%.
Ein lebendiges Veranstaltungsangebot von Kurhauskonzerten bis zum Viehscheid kennzeichnet den Ort.
Verkehrspolitisch ist Oberstaufen mit der Bahnlinie Lindau Immenstadt und der Alpenstraße 308 relativ gut erschlossen.
Von 1962 an wurden am Staufen und Hündle internationale alpine Skirennen ausgetragen, mit Unterbrechungen auch Weltcuprennen (Slalom und Riesenslalom). Diese wurden dann 1992 wegen Schneemangels und nicht vorhandenen Beschneiungsanlagen eingestellt.
Allein ca. 30 Vereine gibt es im Sport- und Kulturbereich. Wir fühlen uns wohl in Oberstaufen.

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