Ausflüge - 2015

 

Vom Gardasee zurück

Jeder Tag ein Geschenk des Himmels. Nur schönes Wetter, die ersten 5 Tage kein Wölkchen am Himmel. Was will man mehr!
Um auf der Westseite des Sees nach Süden zu gelangen, musste man bis ins 20. Jahrhundert aufs Schiff umsteigen. Erst die zwischen 1927 und 1932 erbaute Gardesana stellte eine Straßenverbindung zwischen Riva und dem südlichen Teil des Sees her. Für die ersten 28 km von Riva nach Gargnano mussten dazu 74 Tunnel in die Steilhänge, nur von den Einschnitten bei den Ortschaften Limone und Campione unterbrochen, gesprengt werden.
Noch heute gilt die westliche Gardesana als Meisterwerk der Straßenbaukunst und als eine der Traumstraßen Europas. Ihre romantische Ursprünglichkeit musste inzwischen jedoch den heutigen Erfordernissen des Reiseverkehrs weichen. Doch verlangt sie nach wie vor durch die unterschiedlichen Querschnitte einiges Geschick des Busfahrers.
Unser Übernachtungsort waren die miteinander verschmolzenen Ortschaften Maderno und Toscolano. Sie liegen am Delta des Toscolano-Baches, der hier in den Gardasee fließt. Das Hotel Antico Monastero entpuppte sich als sehr großzügige Anlage direkt am See, versteckt hinter ehemaligen Klostermauern. Und eben diese forderte wieder den Busfahrer, denn bei der Ein- und Ausfahrt durch das ehemalige Klostertor ging es jedes Mal um Zentimeter.

Am zweiten Tag der Varone Wasserfall, der in einer Schlucht 98m in die Tiefe stürzt. Der Wasserfall ist an zwei Stellen zugänglich. Schlucht und der Wasserfall werden in verschiedenen Farben beleuchtet und der Weg mit Musik untermalt. Was Schönes! Dann Auffahrt nach Pegrasina. Die Ponale Straße hat eine Geschichte: jetzt ersetzt ein 1993 eröffneter neuer 3 km lange Tunnel von Riva hinauf Richtung Ledrotal den unteren Teil der Ponalestraße. Der Abschnitt zwischen dem Ledrotal und Pregasina blieb weiterhin für den Autoverkehr befahrbar, bis 1998 ein weiterer Tunnel zwischen dem Ledrotal und Pregasina eröffnet wurde. Von diesem Zeitpunkt an war die komplette Ponalestraße offiziell gesperrt, wurde aber von Mountainbikern und Wanderern weiterhin genutzt.
Im Jahr 2000 ereignete sich dann ein Erdrutsch auf der Ponalestraße, welcher mehrere Tote zur Folge hatte. Daraufhin wurden die Absperrungen an den Eingängen deutlich verschärft. Weiterhin schafften es jedoch Mountainbiker, die Sperren zu umgehen bzw. außer Kraft zu setzen, um so die Ponalestraße weiter nutzen zu können. Nach umfassenden Rekonstruktionsarbeiten, in die rund 820.000€ investiert wurden, wurde im Juli 2004 die Ponalestraße wieder als Rad- und Fußweg freigegeben und trägt seitdem den Namen „Alpiner Höhenweg D 01". Wanderer und Mountainbiker können die Ponalestraße seitdem wieder uneingeschränkt nutzen. Und genau das haben wir abgewandert bei, wie schon gesagt, bestem Wetter. Im Juni 2014 wurde die alte Raststation an der Ponalestraße zu ihrem 100-jährigen Bestehen wieder eröffnet und war auch unsere Anlaufstation.
Der Park Sigurtà, der zur Gemeinde Valeggio sul Mincio gehört, ist einer der fünf schönsten Gartenanlagen der Welt. Er ist 560.000 Quadratmeter groß und wurde im Jahr 1978 für das Publikum geöffnet (vorher war er ein Privatgarten). Wir haben diesen Park mit dem Bummelzug und zu Fuß erkundet. Er bezaubert durch eine unglaubliche Vielfalt von Farben, Blumen, herrlichen Panoramen und malerischen Winkeln.
Zum Abschluss wurde die nahe gelegenen malerischen Ortschaft Borghetto um Fluss Mincio besucht.

Am Mittwoch war wieder Wandertag. Der Busatteweg von Torbole nach Tempesta war zu bewältigen. Das Besondere an diesem Weg waren drei Treppenstege, von denen zwei so richtig lang und verwinkelt sind. Und wieder schöne Ausblicke von der östlichen Seite auf den See.
Und dann einer der Höhepunkte: der Monte Baldo. Die zweigeteilte Fahrt mit den Rundkabinen hinauf auf über 1700m Höhe, wunderbare Aussichten ins teils noch schneebedeckte Hinterland und natürlich auf den Gardasee. Mit der Fähre ab Torri nach Maderno kam man zurück. Wieder eng für den Bus.

Der Donnerstag wurde ruhiger angegangen. Salo und Gardone standen auf dem Programm, aber jeder nach seinem Gusto. Nicht ganz so beeindruckend der Weg an der Hauptstraße, da das Ufer durch Paläste und Hotels versperrt ist. Gardone nach Maderno mit dem Boot war dann schon reizvoller.

Freitag wieder Wandertag: Schon seit dem 14.Jahrhundert hatten Papier- und andere Fabriken ihren Sitz in Toscolano. In der Schlucht des kleinen Flusses „Toscolano“ gibt es einen Wanderweg durch das historische Tal der Papiermühlen, denn wir vom Hotel aus unter die Sohlen nahmen. Da der frühere Weg durch die verengte Schlucht abgestürzt ist, nahmen wir einen steinigen, steilen Weg hinauf zum Örtchen Gaino. Nach der Pause gings den Hang hinab zurück nach Toscolano.
Am Nachmittag stand die Isola Garda auf dem Programm. Ein Boot holte uns ab und brachte uns zur Insel. Ab dem kleinen Hafen erwartete uns ein harmonischer Wald aus Pinien und Zypressen, Akazien, Zitronenbäumen, Magnolien und Agaven. Viel Geschichte von der Führerin und nach dem Rundgang durch die immer wieder zu renovierende Villa endete dieser im Garten mit Wein und Olivenöl. Zugegen war auch die Besitzerin Comtessa Alberta Cavazza, bei uns bekannt durch die WDR-Sendung.

Und am vorletzten Tag noch Mal was besonderes. Besichtigung der Wallfahrtskirche Madonna della Corona bei Spiazzi. Die ganze Anlage derart beeindruckend, dass man sich dem nicht entziehen kann. Nach dem Kreuzweg mit den bronzenen Statuen erreicht man die Basilika Madonna della Corona, die sich in Schwindel erregender Höhe (774 m.ü.NN.) an eine senkrecht abfallende Felswand schmiegt. Überlagert wurde das alles noch durch die vielen Besucher, Wallfahrer, Gottesdienst und Glockengeläut.
Am Nachmittag Sirmione zum Abschluss. Total überlaufen. Warten auf einen Parkplatz, Verkehr, Verkaufsbuden. Die Skaligerburg, Kirche und die schönen Plätze klar unterlegen gegen Eisbuden und Gartenwirtschaften. Das beste Eis am Gardasee bekam einigen dann doch nicht so gut. Ansonsten hatte sich im Laufe der Woche Spritz-Aperol zum beliebtesten Getränk gemausert.
Mit im Programm waren die Geburtstage von Christian und Ingrid, die beide gebührlich gefeiert wurden.

Mit diesen vielen Eindrücken erreichte man nach zügiger Fahrt wohlbehalten (mit kleinen Einschränkungen) wieder die Heimat. In Heiningen der erste Regen. Noch zu erwähnen der flotte Ablauf im Hirsch in Hopferau beim Mittagessen.

Allen Mitwirkenden herzlichen Dank für, was man so hört, gelungenen und eindrucksvollen Ausflug.

 

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