Ausflüge - 2014

 

Wanderfreunde aus der Oberlausitz zurück!

Um es vorwegzunehmen. Es hat nur bei der Abfahrt geregnet. Schon nach Nürnberg wurde es sonnig und uns erwartete die ersten 5 Tage ausgesprochen gutes Frühlingswetter.
Erst danach gab es einen empfindlichen Temperatursturz, aber es blieb trocken. Mit dieser kleinen Einschränkung konnten alle Programmpunkte wie geplant abgewickelt werden. Und darin steckte einiges im Land der sorbischen Minderheit!
Natürlich durfte der Spreewald nicht fehlen und mit Lübbenau und Lehde hatten wir die ursprünglichsten Siedlungen im Programm und die 3 ½ stündige Kahnfahrt wurde mit dem herrlichen Wetter geradezu zur Glückstour! Am Nachmittag noch der alte Bahnhof in Burg. Was für ein Sammelsurium an Eisenbahnerinnerungen auf engstem Raum. Und die Getränke kamen mit dem Zügle an jeden Tisch, da wurden die vorwiegend älteren Herren wieder zu Kindern!
Das Eisenbahnwesen in der früheren DDR ist noch auf einem höheren Niveau als bei uns. Diese Gelegenheiten nutzten wir mit der Zittauer Schmalspurbahn von Zittau nach Bad Oybin im offenen Wagen und mit der Muskauer Waldeisenbahn von Bad Muskau nach Kromlau ausgiebig. Beide Ausfahrten kombiniert mit Wanderungen, einmal im kleinsten aber feinsten Mittelgebirge Deutschlands, den Zittauer Bergen. Unmittelbar an der Grenze zu Tschechien und Polen führen Wanderwege durch die Sandsteinformationen. Wir begingen den interessanten Mühlsteinlehrpfad bei Johnsdorf und landeten dann am eigentümlichen Bienenkorb von Bad Qybin, ein Sandsteinberg der besonderen Art.
Kromlau hat mit dem Rhododendronpark ein botanisches Juwel, leider blühten erst die gelben Azaleen ausgiebig. Dafür weiß jetzt jeder, was es mit der berühmten Rakotzbrücke auf sich hat. Sie bildet mit dem Spiegelbild des Wassers einen symmetrischen Kreis. Künstlich aus Basaltsteinen in die Landschaft gefügt. Das waren wahre Könner.
Ohne Braunkohle geht in der Oberlausitz nichts. Und die hinterlässt unübersehbare Spuren. Mit der als technisches Denkmal aufbereiteten Abraumförderbrücke F 60m bei Lichterfeld und dem aktiven Abbaugebiet Welzow Süd bekamen wir einen ausführlichen Einblick in die Welt des Tagebaus. Auch der Besuch der Energiefabrik Knappenrode mit Brikettfertigung und Ofenausstellung gehört zu dieser Sparte.
Am Ende steht die Rekultivierung. Geflutete Tagebaue wie der Bärwalder See, an dessen Gestaden die Infrastruktur für Wassersportfans entsteht. Die ehemaligen Tagebaugebiete werden mit Kanälen untereinander verbunden, was deren Attraktivität natürlich steigert.
Eine besonders gelungene Rekultivierung ist der Findlingspark Nochten, ein gelungenes Symposium von Findlingen und Pflanzen im Schatten des riesigen Kraftwerkkomplexes Boxberg.
Stellvertretend für die vielen Städte mit Geschichte im Osten haben wir Görlitz und Bautzen besucht, Sie erstrahlen fast 24 Jahre nach der Wende im neuen Glanz. Die jeweiligen Stadtführer informierten über die Geschichte der Städte und der Leute in unterhaltsamer Weise. Man konnte nur staunen.
Und wo waren wir eigentlich untergebracht? In Bad Muskau und dort natürlich im Fürst Pückler Hotel am Rande des weltberühmten Parks. Die Ausmaße des Parks bekamen wir bei der Kutschenfahrt mit 3 Gespannen gezeigt. Badepark (Gebäude noch nicht renoviert) und der Bergpark mit erstaunlichen Steigungen oberhalb der Stadt. Eindeutig den schönsten Teil bildet der Schlosspark mit Neuem Schloss, dem Eichsee und den Brücken. Der ganze Park ist gespickt mit gezielt gepflanzten, jetzt ziemlich alten Bäumen, in die Sichtachsen die jeweiligen markanten Punkte verbinden. Zudem liegen 2/3 des Parks jenseits der Lausitzer Neiße in Polen und fast 70 Jahre nach dem Krieg wächst das Werk von Fürst Pückler über die Grenze hinweg wieder zusammen. Das Leben ist natürlich auch nicht uninteressant, denn er hatte einige Frauen und starb trotzdem sehr arm.
Und schon lag eine kurzweilige, informative Woche hinter uns. Gutes Wetter, mit dem Hotel zufrieden, mit dem Bus der Fa. Strohmaier zufrieden, keine größeren Zwischenfälle, interessante Landschaften und überall freundliche Leute. So wurde nicht einmal die relativ weite Fahrt als Problem empfunden und man kam wohlbehalten in die Heimat zurück.

 

 

 

Weitere Jahre

 

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