Ausflüge - 2007

 

Eindrucksvolle Tage in der Hohen Tatra!

Berg- u. Wanderfreunde bereisen die Slowakei!

Zu einem nicht alltäglichen Ausflug stiegen die Teilnehmer am sehr frühen Pfingstsamstagmorgen in den Bus der Fa. Strohmaier, um die direkte, aber trotzdem lange Fahrt in die Hauptstadt der Slowakei, nach Bratislava anzutreten.

Über die österreichische Hauptstadt Wien mit der Hofburg wurde das frühere Pressburg erreicht.

Dort wurden wir schon ungeduldig von unserer Fremdenführerin erwartet, es ging direkt aufs Schiff und dieses brachte uns 12 km die Donau aufwärts zur Burgruine Devin, ein mächtig auf dem Felsen thronende Burgruine am Zusammenfluss von Donau und March, auf das die Slowaken besonders stolz sind.

   

Auf der sich anschließenden Stadtrundfahrt und -rundgang wurde uns die Slowakei (5.3 Mill. Einwohner, keine große nationale Geschichte) und die Hauptstadt (Altes Rathaus, Blaues Kirchlein, Burg, Michaeler Tor, Primatialpalais, St. Martins Dom) näher gebracht. Durch die an diesem Tag überaus schwülheiße Luft in der Donauebene war man dann froh, dass im Hotel Kamila in Cierna Voda, ein liebevoll umgebautes Schlösschen etwas außerhalb des Zentrums, Quartier bezogen wurde.

Am nächsten Tag ging es weiter über Nitra und Banska Bystrica, um dann kurz vor Brezno eine Fahrt mit der Waldeisenbahn nach Cierny Balog zu unternehmen. Welch eine Schaukelei und Geratter, beängstigend nahe an Häusern, Bäumen und Masten vorbei (bei uns undenkbar) erreichte man ein bewaldetes Tal.

Über einen schönen Rundweg erschlossen wurde die gesamte Technik der Holzernte anschauungsvoll dargestellt, von der einfachen Axt und Waldbahn bis zum russischen Hubschrauber. An Nachmittag erreichte man schließlich die Hohe Tatra und von der Höhenstraße aus waren es riesige Waldschäden, die ins Auge fielen. Fallwinde hatten im Jahr Nov. 2004 den Waldgürtel am Fuße der Tatra auf zig Kilometer niedergemacht. Eine nationale Katastrophe, die über 4 Wochen die ganze Region lahm legte. Derentwegen wurde in Stari Smokovec ein Dokumentationszentrum errichtet. Dort nahmen wir auch in den Hotels Palace und Branisko für eine Woche Quartier.

Mit der Tatra Bahn nach Lomnitzka und mit der Bergbahn hinauf auf den Pleso und von dort eine Höhenwanderung, das war die Planung des folgenden Tages. Diese fiel aber wegen Revisionsarbeiten an der Kabinenbahn aus und so wurde für die meisten Teilnehmer eine richtiggehende schweißtreibende Bergtour daraus, teilweise über typische felsige Tatrawege, aber dafür mit reichlich Naturgenuss gesegnet. Der letzte Teil des Rückwegs wurde von einigen Mutigen mit dem Tretroller bewältigt.

   

Am 4. Tag dann der erste Regen. Zum Glück musste sowieso umgeplant werden und nach der Besichtigung der Artikularkirche in Kezmarok (Käsmark) mit dem kunstvoll gedrechselten Altar herrschte wieder Sonnenschein. Es ging weiter nach nach Cerveny Klastor, ein ehemaliges Kloster aus dem 13. Jahrhundert. Durch Dörfer mit zahlreichen, besetzten Storchneste. Eine ca. 2 stündige Floßfahrt auf der Dunajec, ein Abenteuer auf dem Grenzfluss zu Polen, stand auf dem Programm. Wohlbehalten kamen alle Teilnehmer in Litkovice an und mit dem Bus zurück wurde wieder die Hohe Tatra angesteuert.

   

Zwei der 5 slowakischen Unikate, die Weltkulturerben Spissky hrad (Zipser Burg) - das größte Burgareal in Mitteleuropa und Spisska Kapitula (Zipser Kapitel) - das kirchliche Zentrum der Spis (Zips), außerdem Siva brada (Glaubersalzquelle) waren bei einer Wanderung auf teilweise wunderbaren Wiesenwegen zu bestaunen. Auf der Hinfahrt kam man in den umliegenden Dörfern an Roma Siedlungen vorbei, das Leben in diesen Hütten, mit vielen Kindern und Hunden, für uns unvorstellbar. In der Stadt Levoca (Leutschau), eine frühere Metropole der Zipser, gab es noch einen Kaffeeaufenthalt. Die Zipser waren deutsche Kolonisten, die es dort kaum mehr gibt. Einige wenige sorgen sich um die reichlich vorhandenen Kulturschätze dieser Epoche.

Mit dem Besuch der Freiheitshöhle Dämonova traf man wirklich auf eine der schönsten Höhlen Europas. Die bizarre Vielfalt der Tropfsteinformationen und der enge, hautnahe Weg durch diese Gebilde hinterließen Eindrücke. Auf dem Rückweg wurde noch am Freilichtmuseum Liptovska Halt gemacht.

Höhepunkt der Wanderungen war im Slowakischen Paradies die Schlucht Sucha Bela: 2 Std. den Bach aufwärts, durchs Wasser, über hölzerne Stege und auf Leitern die Wasserfälle hoch. Etwas Mut gehörte schon zu dieser prickelnden Tour. Die 2. Gruppe besuchte die Dobsina Eishöhle mit der teilweise 26 m starken Eisschicht. 470 m sind davon zugänglich.

   

Am 8. und letzten Tag, aber jetzt bei Regenwetter, stand die Fahrt auf die nördliche Seite der Hohen Tatra, nach Zakopane/Polen an. Zakopane besticht durch viele Holzbauten, die wintersportliche Ausrichtung mit den Sprungschanzen und einem riesigem Markt, gespickt mit unzähligen Käseständen. Natürlich auch viel Nepp dabei.

   

Für uns der Höhepunkt war allerdings die Fahrt mit insgesamt 11 Pferdekutschen in das romantische Koscielska Tal, die Kutscher in ihrer Goralentracht und wir hinten drauf- und reingequetscht. Im Trab ging es ziemlich flott durch Scharen von Wanderern 6 km ins Tal hinein und wieder zurück.

Am nächsten Tag hieß es Koffer packen und Abschied nehmen. Inzwischen hatten auch alle Teilnehmer ihre Gratismassage im Hotel hinter sich, die allegmein als sehr angenehm empfunden wurde. Mit den Hotels hatte alles so weit geklappt, nur das Abendessen stand im Gegensatz zu früheren Jahren wegen seiner Einfachheit nicht so im Mittelpunkt. Manche Abläufe waren gewöhnungsbedürftig, besonders das frühe Schließen der Lokale, teilweise schon um 21 Uhr. Im Großen und Ganzen konnten wir zufrieden sein und im strömenden Regen ging es heimwärts in Richtung Prag, wo noch einmal übernachtet wurde.

Das nächtliche, hell erleuchtete Prag, noch einmal ein Höhepunkt. Viele Menschen aller Couleur auf den Strassen und Plätzen, Prospektverteiler, Animateure und alles riecht nach Abzocke. War es dann auch, zumindest im Zentrum.

Von Prag nach Allmersbach i.T. mit kleinen Pausen war die Devise am letzten Tag, denn man war müde und mancher Teilnehmer auch leicht angeschlagen. 3000 km Fahrstrecke lagen hinter uns, von Roland und Gabi Braun souverän gefahren, nur der Bus hatte Verschleißerscheinungen in Form eines Lagerschadens.

Vollgepackt mit den Erlebnissen der letzten 10 Tage traf man am frühen Abend wieder in Allmersbach ein. Man spürte es, ein nicht alltägliches Unternehmen lag hinter uns.

Jürgen Burr

 

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