Ausflüge - 2006

 

Ausflug nach Südtirol

Zur wohl schönsten Jahreszeit wurde in Algund, ein paar Kilometer von Meran entfernt, inmitten von blühenden Obstgärten im Mitterplarser Hof Quartier bezogen. Ein weitläufiges, frisch renoviertes Hotel mit Hallenbad und Saunalandschaft stand zur Verfügung. Die Anfahrt wurde zu einem zünftigen Weißwurstfrühstück kurz vor Füssen unterbrochen, um dann über den Fernpass und Landeck den fast leeren Reschensee anzusteuern. Einsam stand der Kirchturm des alten Dorfes Graun in seinem eigenen See. Es folgte eine Wanderung auf einem der vielen Waalwege im Vinschgau. Sie endete im kleinsten Städtchen Südtirols, dem mittelalterlichen Glurns. Leider führte der Mitterwaal noch kein Wasser, doch dafür teilweise durch senkrechtes Felsgelände.

   
   

Am 2. Tag stand der Besuch des Geoparcs Bletterbachschlucht auf dem Programm. Schon die Anfahrt durch das Überetsch beim Kalterer See und die Auffahrt von Au über Aldein zur Bletterbachschlucht vermittelte beeindruckende Ausblicke in diese grandiose Landschaft. Nach dem Besuch des Infozentrums verlief die Wanderung in der tief in die verschiedenen Gesteinsschichten eingegrabenen Schlucht vornehmlich im Bachbett, um dann über eine Treppenanlage beim Butterlochwasserfall wieder auszusteigen. Die Schlucht wird auch als der Grand Canyon Südtirols bezeichnet und präsentiert die geologische Entstehungsgeschichte der Alpen. Auf der Heimfahrt wurde noch der vielbesuchte Markusmarkt in Auer besucht.

   

Ein weiterer alpiner Höhepunkt folgte am nächsten Tag mit dem Meraner Höhen- und dem Vellauer Felsenweg. Zwar überstanden alle die gewöhnungsbedürftige Korbliftfahrt von Vellau auf die Leiteralm, doch für manche waren dann die zwar gut angelegten Wege am steilen Hang doch zu aussichtsreich und mussten passen. 2 Stunden Aussichtswege hoch über dem Meraner Kessel mit Zwischenhalt auf der Hochmut und dann zum kleinen Dorf Vellau zurück war der Lohn für die Mutigen.

Sehr früh um 6.45 Uhr machte man sich am Donnerstag auf den Weg nach Venedig. Ein wahrhaft aufwendiges Vergnügen, denn außer der mautpflichtigen Fahrt auf den über- lasteten Autobahnen Venetiens muss eine Einfahrgebühr von 180 € für den Bus entrichtet werden, von den folgenden Parkgebühren und dem Schiffsticket mal abgesehen. Trotzdem drängten sich nicht enden wollende Besucherströme durch die engen Gassen der Lagunenstadt, dazwischen Souvenierstände, Faschingsgestalten, die immer drängelnden Paketdienste und Zubringer, die mit ihren Karren mühsam einen Weg suchten. Auf den Kanälen das auf den ersten Blick gleiche hektische Durcheinander von Booten aller Art und Gondeln. Zusammen mit dem schwülen Wetter und dementsprechenden Gerüchen ein insgesamt beeindruckendes Schauspiel beim Streifzug über den Markusplatz, der Rialtobrücke und dem Canale Grande, um nur die bekanntesten Punkte zu nennen.

   
 
   

Weniger hektisch war dann die Erkundung der näheren Umgebung Merans am nächsten Tag. Vom Dorf Tirol aus startete die Blütenwanderung über den Stammsitz der Tiroler Geschlechter, das Schloss Tirol (jetzt ist dort das Landesmuseum untergebracht), den Ochsentodweg, dem Algunder Waalweg und liebevoll gepflegten Tappeinerweg, ehe man zum Ausklang in den Laubengassen von Meran landete.

   

Wieder gegensätzliches am Freitag. Nahe an den Alpenhauptkamm führte die Fahrt ins zuerst sehr enge Schnalstal. Auf den Spuren des Ötzi begab man sich im Archeoparc in Unsere Frau, wo im aktiven Museum das Leben der Menschen vor 3500 Jahren dargestellt wird. Weiter ging es bergauf bis Kurzras, wo auf ca. 2000m Höhe die Skipisten noch bis zur Talstation befahrbar waren. Die Restschneelage ließ eine Hangwanderung zu und durch herrlichen Lärchenwald hoch über dem Vernagt-Stausee, durch grünende Almwiesen, vorbei an alten, schwarzen Holzhäusern der Bergbauernhöfe und einer Gruppe Murmeltiere am Hang führte der Pfad wieder hinab nach Unsere Frau. Dort traf man wieder auf die restliche Gruppe, die die bekannte Wallfahrtskirche Unsere Frau und den Wallfahrtsweg erkundet hatten.

   

Der nächtliche Regen verhieß nichts Gutes Doch welch ein Traumsonntag am nächsten Morgen. Es hatte bis zur Baumgrenze herunter geschneit und das bildete mit den blühenden Obstbäumen im Tal einen herrlichen Kontrast. Ein idealer Tag für die Besichtigung der Gärten von Schloss Trauttmannsdorf mit der herrlichen, vielfältigen Blumenpracht. Interessant auch das Museum im Schloss. Die Geschichte des Tourismus in Tirol von den Anfängen bis zum heutigen Tag wurde auf anschauliche Weise dargestellt.

 

Mit diesem würdigen Abschluss neigte sich eine schöne Woche sehr schnell dem Ende zu. Ein Glücksfall das Hotel mit den Besitzern Sonja und Paul, die an diesem Abend mit einem Galamenue und Alleinunterhalter aufwarteten. Ebenso ein Glücksfall das Wetter. Zu den wichtigsten Zeiten war es schön.

Busunternehmer Roland Braun meisterte bei der Heimfahrt am 1. Mai mit der schmalen Auffahrt über den schneebedeckten Jaufenpass die letzten Engstellen in Südtirol und über den Brenner ging es nach Innsbruck. Mit der Besichtigung des Riesenrundgemäldes, das die 3. Schlacht am Berg Isel darstellt, wurde uns die Geschichte Tirols um den Freiheitskämpfer Andreas Hofer erklärt. Die Teilnehmer waren von der Klarheit und Größe des Gemäldes sichtlich beeindruckt. Nach dem letzten Halt wiederum in Hopferau kam man am Abend nach insgesamt 1900 km Fahrt wieder wohlbehalten in Allmersbach im Tal an.

 

Weitere Jahre

 

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